Unsere Schulchronik: 1973 bis heute
Chronik des Kurt-Tucholsky-Berufskollegs (1973–2025)
| Jahr | Ereignisse |
|---|---|
| 1973 | Gründung der Karl-Thiele-Berufsfachschule als interkommunale Bildungseinrichtung für den nördlichen Rhein-Erftkreis. Der Unterricht beginnt mit drei Bildungsgängen für gewerblich-technische Berufe in einem teilweise noch unvollendeten Schulgebäude. |
| 1974 | Die ersten Werkstätten für Metall- und Holzverarbeitung werden in Betrieb genommen. Bereits im zweiten Schuljahr übersteigt die Zahl der Anmeldungen die Erwartungen der Schulträger deutlich. |
| 1975 | Die Schule richtet erstmals einen Tag der offenen Tür aus. Das Konzept stößt auf große Resonanz und wird seitdem – mit wenigen wetterbedingten Ausnahmen – jährlich fortgeführt. |
| 1976 | Die erste Schülervertretung nimmt ihre Arbeit auf. Gleichzeitig wird das heutige Leitmotiv geprägt, Schule als Lern- und Lebensraum gleichermaßen zu verstehen. |
| 1977 | Die Bibliothek erhält ihren ersten eigenen Lesesaal. Die Zahl der Ausbildungsbetriebe, die mit der Schule kooperieren, wächst kontinuierlich. |
| 1978 | Die Sportanlagen werden erweitert und um ein Kleinspielfeld ergänzt. Erstmals findet ein schulübergreifendes Völkerballturnier statt. |
| 1979 | Ein Erweiterungsbau schafft zusätzliche Unterrichtsräume. Die Schule beginnt, Kontakte zu Einrichtungen der Erwachsenenbildung aufzubauen. |
| 1980 | Neue Bildungsgänge im Dienstleistungsbereich werden eingerichtet. Das Kollegium verabschiedet sich erstmals von einem gemeinsamen pädagogischen Selbstverständnis. |
| 1981 | Die Cafeteria wird eröffnet und entwickelt sich rasch zu einem zentralen Treffpunkt des Schullebens. Schon damals wird der Wunsch nach einem vegetarischen Angebot protokolliert. |
| 1982 | Die Schule beteiligt sich erstmals an einem europäischen Austauschprojekt. Gleichzeitig entstehen die ersten Computerkurse auf freiwilliger Basis. |
| 1983 | Das naturwissenschaftliche Sammlungsgebäude wird fertiggestellt. Seine ungewöhnlich verwinkelte Bauweise gibt schon bald Anlass zu zahlreichen Anekdoten. |
| 1984 | Der erste Computerraum mit acht Arbeitsplätzen wird eingerichtet. Disketten gelten als zukunftsweisende Unterrichtsmedien. |
| 1985 | Die Schule feiert ihr zehnjähriges Bestehen mit einer Projektwoche. Zahlreiche Ergebnisse werden noch mehrere Jahre im Hauptgebäude ausgestellt. |
| 1986 | Der Bereich kaufmännische Bildung wird deutlich ausgebaut. Das KTB gewinnt weitere Ausbildungsbetriebe als duale Partner. |
| 1987 | Eine eigene Schülerzeitung ("Der Schredder") erscheint erstmals regelmäßig. Sie wird bis heute von wechselnden Redaktionen fortgeführt. |
| 1988 | Das Kollegium beschließt, Projektunterricht stärker zu fördern. Erste fächerübergreifende Unterrichtsvorhaben entstehen. |
| 1989 | Nach der politischen Wende entstehen zahlreiche neue Kontakte zu Schulen in Ostdeutschland. Mehrere gemeinsame Projekte folgen in den kommenden Jahren. |
| 1990 | Die Schule erhält eine eigene Aula. Sie wird rasch zum kulturellen Mittelpunkt des Kollegiums. |
| 1991 | Der erste Internetzugang wird eingerichtet, zunächst ausschließlich für Verwaltungszwecke. Die Begeisterung darüber hält sich im Kollegium in Grenzen. |
| 1992 | Die Schulpartnerschaften werden ausgebaut. Erstmals findet eine internationale Projektwoche statt. Arbeitssprache ist in allen Projektgruppen Esperanto. |
| 1993 | Das Kollegium verabschiedet ein Konzept zur individuellen Förderung. Die Umsetzung erfolgt schrittweise in allen Bildungsgängen. |
| 1994 | Zusätzliche Werkstätten entstehen auf dem Gelände in Kerpen-Türnich. Die Schule wächst erstmals auf über 300 Lernende an. Das Lehrer-Schülerverhältnis ist mit 1:3 ein Gutes. |
| 1995 | Das zwanzigjährige Schuljubiläum wird mit einem großen Sommerfest gefeiert. Eine Festschrift dokumentiert die Entwicklung der Schule. |
| 1996 | Künstlerische und gestalterische Bildung erhalten erstmals einen eigenen Schwerpunkt. Mehrere Ateliers werden eingerichtet. |
| 1997 | Die ersten Zertifikatskurse für kreatives Schreiben werden entwickelt. Sie stoßen auf überraschend großes Interesse. |
| 1998 | Im naturwissenschaftlichen Trakt wird ein bislang namenloser Raum nach dem langjährigen Schulleiter Dr. Heinrich Bormann benannt. Wofür der Raum ursprünglich vorgesehen war, lässt sich aus den Bauunterlagen heute nicht mehr eindeutig rekonstruieren. |
| 1999 | Das Schulnetzwerk wird umfassend modernisiert. Gleichzeitig beginnen Planungen für einen Ausbau der kulturellen Bildung. |
| 2000 | Die Schule startet mehrere Kooperationen mit regionalen Kulturinstitutionen. Projektarbeit gewinnt zunehmend an Bedeutung. |
| 2001 | Zertifikatskurse für Improvisationstheater ergänzen das Angebot. Die Nachfrage übertrifft die verfügbaren Plätze deutlich. |
| 2002 | Erstmals werden Kurse für Frei-, Fahrten- und Rettungsschwimmer angeboten. Das ungewöhnliche Zusatzangebot entwickelt sich schnell zu einem Markenzeichen der Schule. |
| 2003 | Das Fachangebot im musisch-kulturellen Bereich wird erweitert. Insbesondere die Förderkurse für Zwölftonmusik finden überregionale Beachtung. |
| 2004 | Die Vorbereitungen zur Umbenennung der Schule beginnen. Schülerinnen und Schüler beteiligen sich an zahlreichen Diskussionsveranstaltungen über einen neuen Namensgeber. |
| 2005 | Anlässlich des 70. Todestages Kurt Tucholskys wird die Schule in Kurt-Tucholsky-Berufskolleg umbenannt. Mit dem neuen Namen verbindet das Kollegium den Anspruch, berufliche Bildung mit kritischem Denken und kultureller Offenheit zu verbinden. |
| 2006 | Das neue Schullogo wird vorgestellt. Gleichzeitig erhält das Leitbild eine grundlegende Überarbeitung. |
| 2007 | Die erste offizielle Partnerschule im europäischen Ausland wird gewonnen. Gemeinsame Austauschprogramme werden vorbereitet. |
| 2008 | Das KTB wird für sein besonderes Engagement im Bereich kultureller Bildung ausgezeichnet. Die Ehrung stärkt das Profil der Schule nachhaltig. |
| 2009 | Die digitale Ausstattung der Unterrichtsräume wird modernisiert. Das Kollegium entscheidet sich ausdrücklich gegen eine vollständige Umstellung des Unterrichts auf Esperanto. |
| 2010 | Die Theatergruppe des Kurt-Tucholsky-Berufskollegs wird gegründet. Ihre erste Produktion ist Shakespeares "Ein Sommernachtstraum", der den Beginn einer bis heute ungewöhnlich vielseitigen Theatertradition markiert. |
| 2011 | Das KTB erhält den 1. Preis des Arbeitskreises Verkehrssicherheit für den am langsamsten befahrenen Lehrerparkplatz des Rhein-Erft-Kreises. Die Auszeichnung wird im Eingangsbereich ausgestellt, nachdem sich kein geeigneter Schaukasten finden lässt. Die Theatergruppe bringt Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame" auf die Bühne. Die Inszenierung etabliert die jährlichen Theateraufführungen als festen Bestandteil des Schullebens. |
| 2012 | Die Schulkonferenz beschließt einstimmig, das Wort Problem künftig möglichst durch pädagogische Gelegenheit zu ersetzen. Die Umsetzung bleibt freiwillig. Mit Molières "Der eingebildete Kranke" wagt sich die Theatergruppe erstmals an eine klassische Komödie. Die Produktion wird auch an der Partnerschule gezeigt. |
| 2013 | Aufgeführt wird Agatha Christies "Die Mausefalle". Im selben Jahr wird ein Teil des naturwissenschaftlichen Trakts vorübergehend gesperrt; die Gründe werden in den Sitzungsprotokollen unterschiedlich beschrieben. Während einer Brandschutzbegehung wird festgestellt, dass der Raum B-17 zwar existiert, jedoch auf keinem aktuellen Schlüsselplan mehr verzeichnet ist. Die Angelegenheit wird an die Gebäudeverwaltung weitergeleitet. |
| 2014 | Die Theatergruppe entscheidet sich für Friedrich Dürrenmatts "Die Physiker". Die Produktion führt zu zahlreichen Gesprächen über Wissenschaft und Verantwortung. |
| 2015 | Mit Oscar Wildes "Ein idealer Gatte" setzt die Theatergruppe ihre stilistische Vielfalt fort. Das KTB feiert zugleich sein vierzigjähriges Bestehen. |
| 2016 | Auf dem Spielplan steht "Arsen und Spitzenhäubchen" von Joseph Kesselring. Parallel werden die Aula und die Bühnentechnik umfassend modernisiert. Eine Arbeitsgruppe untersucht, weshalb der Getränkeautomat ausschließlich Apfelschorle der Marke anbietet, die seit mehreren Jahren nicht mehr produziert wird. Der Automat verweigert jede Auskunft. |
| 2017 | Die Theatergruppe inszeniert "Der zerbrochne Krug" von Heinrich von Kleist. Im Frühjahr verlässt der Physiklehrer Dr. Friedrich Fahlbusch während einer Unterrichtsstunde mit den Worten „Ich muss noch einmal kurz den Geigerzähler aus dem Sammlungsraum holen.“ den Klassenraum und kehrt bis heute nicht zurück. |
| 2018 | Gespielt wird Neil Simons "Ein seltsames Paar". Dr. Fahlbusch bleibt weiterhin im Kollegiumsverzeichnis geführt; die Schulleitung bittet in einem Rundschreiben um sachdienliche Hinweise. Der Förderverein spendet der Schule einen Sonnenschirm. Da niemand die Aufbauanleitung findet, wird er zunächst als Kunstinstallation im Foyer aufgestellt. |
| 2019 | Die Theatergruppe zeigt Ray Cooneys "Außer Kontrolle". Der naturwissenschaftliche Sammlungsraum wird renoviert, ohne dass sich neue Erkenntnisse ergeben. |
| 2020 | Pandemiebedingt muss die geplante Inszenierung von "Der Revisor" auf das folgende Jahr verschoben werden. Der Unterricht wird zeitweise vollständig digital organisiert. |
| 2021 | Nachgeholt wird Gogols "Der Revisor". Der Schulhund Hugo erhält einen eigenen Dienstausweis, nachdem er wiederholt von externen Besuchergruppen für einen Therapiehund gehalten wird. Seine tatsächlichen Aufgaben bleiben unverändert unklar. |
| 2022 | Die Theatergruppe bringt "Pension Schöller" auf die Bühne. Das Kollegium beschließt einstimmig, die erfolgreiche Theaterarbeit dauerhaft zu fördern. Nach eingehender Prüfung beschließt die Schulkonferenz, dass Zimmerpflanzen künftig nicht mehr als passive Mitglieder der Schulgemeinschaft geführt werden. Die Abstimmung fällt denkbar knapp aus. |
| 2023 | Mit "Charleys Tante" gelingt der Theatergruppe einer ihrer größten Publikumserfolge. Gleichzeitig wird das fünfzigjährige Bestehen der Schule mit einer Festwoche gefeiert. Die Schulleitung veröffentlicht erstmals einen Orientierungsplan für neue Lehrkräfte, in dem ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass sich das Gebäude „an einigen Stellen einer rein kartographischen Betrachtung entzieht." |
| 2024 | Das KTB erhält den Sonderpreis „Besonders übersichtliche Vertretungspläne". Wenige Tage später stellt sich heraus, dass versehentlich der Plan einer benachbarten Schule ausgezeichnet wurde. Die Urkunde verbleibt dennoch im Verwaltungsflur. Aufgeführt wird Oscar Wildes "Ernst sein ist alles". Die Schule erweitert ihre Internetpräsenz und baut die digitale Kommunikation mit Lernenden und Ausbildungsbetrieben weiter aus. |
| 2025 | Die Theatergruppe entscheidet sich für Curt Goetz' "Das Haus in Montevideo". Das Kurt-Tucholsky-Berufskolleg blickt auf mehr als fünf Jahrzehnte bewegter Schulgeschichte zurück und versteht sich heute als größte interkommunale berufsbildende Einrichtung im Rhein-Erft-Kreis mit Standorten in Bergheim und Kerpen-Türnich. |